Die Bitten eines Pferdes
Gib' mir zu fressen,
gib' mir zu trinken
und sorg' für mich,
und wenn des Tages Arbeit getan ist,
gib' mir ein Obdach
ein sauberes Lager
und einen nicht zu kleinen Platz im Stall.
Rede mit mir,
denn oft ersetzt mir Deine Stimme die Zügel;
sei gut zu mir
und ich werde Dir noch freudiger dienen
und Dich gern' haben.
Reiß' nicht an den Zügeln;
Greif' nicht zur Peitsche,
wenn es aufwärts geht;
schlage und stoße mich nicht,
wenn ich Dich nicht verstehe,
sondern gib' mir Zeit
Dich zu verstehen.
Halte mich nicht für ungehorsam,
wenn ich Deinen Willen nicht erfülle:
vielleicht sind Sattelzeug
und Hufe nicht in Ordnung.
Prüfe meine Zähne,
wenn ich nicht fressen mag,
- vielleicht tut mir ein Zahn weh.
Du weißt wie das schmerzt.
Halftere mich nicht zu kurz
und kupiere nicht meinen Schweif,
er ist meine einzige Waffe
gegen Fliegen und Moskitos.
Und wenn es zu Ende geht,
geliebter Herr,
wenn ich Dir nicht mehr zu nützen vermag,
lasse mich bitte nicht hungern und frieren
und verkaufe mich nicht.
Gib' mich nicht einem fremden Herrn,
der mich langsam zu Tode quält
und mich verhungern lässt,
sondern sei' so gütig
und bereite mir einen schnellen
und barmherzigen Tod
und Gott wird es Dir lohnen,
hier und in Ewigkeit.
Lasse mich dies von Dir erbitten
und glaube nicht,
dass mir an Ehrfurcht gebricht,
wenn ich es in seinem Namen tue,
der in einem Stall geboren ist...
und das für´s Pony...
Mit meinem ganzen Ponyherzen
bitt' zum Ponyhimmel ich:
Gib mir schnelle, starke Beine
mein Reiter ich tu's nur fuer dich.
Schicke Kraft in meinen Ruecken
rennen, tragen, ziehen will ich,
mein Reiter ich tu's nur fuer dich.
Liebe und Vertrauen soll' es geben
zwischen mir und dir,
dafuer dank'ich mit meinem ganzen Ponyherzen dir.
Die Bitten eines Hundes
Viele Jahre durfte ich Dein treuer Begleiter sein. Du hast schon, als Du mich beim Züchter abholtest, meine Liebe gewonnen. Ich lief Dir zu und Du nahmst mich in Deine Arme.
Du hast Dir viel Mühe gegeben, aus mir einen wohlerzogenen Hund zu machen. Wichtig war mir, dass Du viel mit mir gespielt hast, ich habe dabei auch gewonnen. Du hast nie mit mir geschimpft oder mich gar geschlagen, wenn eine Übung von mir nicht gleich verstanden wurde.
Unsere Bindung, dabei war es Liebe, wurde immer inniger, wir wurden unzertrennliche Freunde, in Freud und auch in Leid. Stolz ging ich mit Dir spazieren und freute mich ebenso wie Du, wenn ich, wegen meines gepflegten Aussehens und meiner Folgsamkeit - manchmal war sie nur Dir zu Liebe - bewundert wurden.
Nun meine letzte Bitte an Dich. Die Zeit ist vergangen, Du wurdest älter und ich alt. Ich bin zwar noch immer folgsam, aber das Spiel und der Spaziergang wird halt schon immer langsamer. Aber Du verstehst mich ja, bist noch viele Stunden, auch in der Nacht, nach einem Tierarztbesuch, wenn ich Schmerzen hatte, bei mir gewesen und die Schmerzen wurden gleich besser.
Wir waren eben Freunde.
Wenn nun mein Hundeleben zu Ende geht, bitte ich Dich, wenn es Dir möglich ist, mich auf dem letzten Weg zu begleiten. Mein letzter Blick soll Dir gelten, bevor meine Augen brechen. Sei nicht so traurig, wenn Du einen Freund, vielleicht den besten, verloren hast.
Leb wohl!